Jahrgang 
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zweifle nicht, daß wir uns verſtändigen werden. Sie wiſſen, daß Ihr Aſſocie vor ſeinem Tode Herrn Merville eine Schuldver⸗ ſchreibung, lautend auf fünftauſend Pfund Sterling ausfertigte, daß Herr Merville zwei Teſtamente beſaß, von denen das eine zu Ihren Gunſten, das andere zu Gunſten der Armen dieſer Stadt lautete. Sie wiſſen ferner, daß Herr Merville flüchten mußte, weil eine gerichtliche Reviſion ſeiner Anſtalt bevorſtand, bei der Dinge zu Tage kamen, die ihn an den Galgen gebracht haben würden, wenn er nicht geflohen wäre. Sie wiſſen ferner, daß Herr Merville hierher kam, daß er Ihnen im Pariſer Hofe ſämmt⸗ liche Papiere zu dem Preiſe von zehntauſend Pfund Sterling anbot.

Sprachlos vor Beſtürzung ſtand Heinrich vor der jungen Dame, die das Alles ihm mit kühlem, gemeſſenen Ernſt, vor⸗ gehalten hatte.

War dies Alles, was ſie wußte, oder wußte ſie noch mehr?

Maria ließ ihn darüber nicht lange in Zweifel.

Sie weigerten ſich, dieſe Summe zu zahlen, fuhr ſie fort, Sie erbaten ſich Bedenkzeit und hielten ihn von Tag zu Tag hin. Vor mehreren Tagen verſprachen Sie ihm, das Geld am nächſten Tage zu zahlen, Herr Merollle ließ ſich verleiten, Ihnen ſämmtliche Papiere zu übergeben, wohingegen Sie ihm einen Revers ausſtellten, in welchem Sie ſich ſchuldig bekannten

Woher wiſſen Sie das Alles? rief Heinrich entſetzt.War Merville ſo unvorſichtig, dieſes Geheimniß preiszugeben?

Er wußte, wem er es preis gab, mein Herr! Ich ſagte Ihnen ſchon, daß er vor mir keine Geheimniſſe hatte. Am anderen Tage ſchrieben Sie ihm, er möge nach Deutz kommen, um das Geld in Empfang zu nehmen, er ging hin und kehrte nicht zurück.

Hatte er Ihnen verſprochen, zurückzukehren? fragte Heinrich, der ſich noch immer nicht verloren gab, trotzdem in ſeiner Seele ſchon die Ahnung erwacht war, daß dieſe Dame im Beſitz ſeines Scheines ſein könne.Mir ſagte er, daß er ſofort abreiſen wolle, daraus ſcheint mir hervorzugehen, daß ſeine Freundſchaft zu Ihnen doch ziemlich locker war.

Ich werde Ihnen den Beweis liefern, daß er mir ſein volles Vertrauen ſchenkte, erwiderte Maria.Haben Sie ihm das Geld vielleicht ausgezahlt?

Weshalb wünſchen Sie es zu wiſſen? fragte der junge Mann trotzig.

Weil ich Sie Lügen ſtrafen würde, wenn Sie meine Frage bejahten. Sie würden ihm das Geld nur gegen Rückgabe Ihres Scheines eingehändigt haben, und Merville war ſo klug, dieſen Schein ſammt Ihren Briefen in meinen Händen zurückzulaſſen.