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„Je nun— ja, aber die Fonds liegen feſt, ich kann keinen Thaler entbehren, wenn ich mein Geſchäft nicht ſchwächen will.“
Ein ſarkaſtiſches Lächeln glitt über das Geſicht Otto's.
„Du haſt wohl noch nichts erworben?“ fuhr Heinrich lauernd fort.„Damals als Du Köln verließeſt, wollteſt Du ja ſehr bald ein reicher Mann ſein.“
„Das habe ich nicht geſagt.“
„Ich meine doch.“
„Nein, ich ſagte nur, daß ich danach ſtreben wollte, durch red⸗ liche Arbeit mir ein Vermögen zu erwerben.“
„Von fünfmalhunderttauſend Thaler!“ ſpottete Heinrich.
„Das habe ich auch nicht geſagt. Du bezeichneteſt dieſe Summe als das Ziel Deines Strebens.“
„Bah, ſie genügt mir nicht mehr.“
„Aber kann denn ein Schloſſer ſo viel verdienen?“ fragte Bertha geringſchätzend.
„Erlauben Sie, ich bin Maſchinenbauer.“
„Alſo doch ein Handwerker?“
„Gauben Sie, ich ſchäme mich deſſen?“ fragte Otto ruhig. „Arbeit adelt den Mann—“
„Reichthum adelt ihn, guter Freund,“ fiel Heinrich ihm in's Wort.„Wir wollen darüber nicht ſtreiten.“
„Ich hoffe, Du berückſichtigeſt meine Gegenwart,“ ſagte Bertha mit ſcharfer Betonung.
„Gewiß,“ fuhr Heinrich fort,„das Thema könnte Dich ja auch nicht intereſſiren. Du arbeiteſt hier in der Nähe?“
„Ich war Werkmeiſter in einem ſehr bedeutenden Etabliſſe⸗ ment.“
„Du warſt es? Weshalb—“
„Gründe, die ich nicht nennen kann, nöthigten mich zu kündigen.“
„Ah und jetzt?“
Otto errieth die Bedeutung des Blicks, der dieſe Frage be⸗ gleitete, er las in ihm, daß ſein Bruder fürchtete, auch in Köln wieder in nahe Berührung mit ihm zu kommen. Ihn ergötzte dieſe Beſorgniß, die ſich auch in den Zügen Bertha's ſpiegelte.
„Ich hatte einmal vor, nach Köln zurückzukehren,“ erwiderte er.
„So raſch ſchon?“
„Ich habe genug gelernt in der Fremde.“
„Und was wollen Sie in Köln beginnen?“ fragte Bertha, ihrem Gatten einen ſehr bedeutungsvollen Blick zuwerfend.
Otto zuckte die Achſeln.
„Rüſtige Arme kann man überall gebrauchen,“ ſagte er.
„Aber in Köln würde man Dich ſofort verhaften,“ erwiderte Heinrich.„Die Barrikadengeſchichte iſt noch nicht niedergeſchlagen.“
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