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„Weiſen Sie dieſes Billet zurück, ſo werde ich von dem Mo⸗ dell keinen Gebrauch machen.“
„Sei es denn,“ ſagte Otto,„dieſe Güte beſchämt mich umſo⸗ mehr, als ich mir ſagen muß, daß—“
„Nichts mehr davon. Ich werde einige Empfehlungsbriefe ſchreiben,— wann wollen Sie abreiſen?“
„Wenn möglich, noch heute Abend.“
„So bald ſchon?“
„Ich denke, es iſt beſſer, der jungen Dame wegen. So lange ſie mich noch hier ſieht, wird ihre Aufregung fortwähren, da iſt es beſſer, wenn ich mich je eher, je lieber entferne.“
„Sie mögen Recht haben. Heute Nachmittag ſollen die Empfehlungen bereit liegen, ich hoffe, Sie werden drüben eine zuvorkommende Aufnahme finden.—“
Ein Blick Michelets bedeutete dem jungen Mann, daß der Fabrikant die Unterredung beendet zu ſehen wünſche, er entfernte ſich und ſuchte ſeinen Freund auf, um ihn zu veranlaſſen, die nöthigen Vorkehrungen zur Abreiſe zu treffen.
Nikolas nickte ſchweigend, er hatte vorausgeſehen, daß Otto bei ſeinem Entſchluſſe beharren werde und dieſer Entſchluß ſtimmte mit ſeinen eigenen Anſichten zu ſehr überein, als daß er dem Freunde hätte rathen können, anf die Wünſche Michelets einzugehen.
Die Vorbereitungen waren raſch getroffen, die wenigen Gar⸗ derobeſtücke bald eingepackt.
Sie wollten am Abend das Etabliſſement verlaſſen, in Paris übernachten und am nächſten Morgen mit dem erſten Zuge von dort abfahren.
Als die Stunde des Abſchieds nahe rückte, traten die beiden Freunde mit ſchwerem Herzen in das Cabinet Michelets.
Sie ſchieden beide ungern, aber es mußte ſein, gegen die eiſerne Nothwendigkeit konnten ſie ſich nicht ſträuben. Michelet wechſelte nur wenige Worte mit ihnen, er wollte ſich und ihnen den Ab⸗ ſchied nicht noch ſchwerer machen.
Otto nahm die Briefe in Empfang und ſchied mit warmen Worten des Dankes und der Theilnahme von dem edlen Manne, der den Charakter und das Talent des ſchlichten Arbeiters höher achtete, als Rang und Reichthum.
Eins mußte er ihm verſprechen, daß er oft ihm ſchreiben und in Fällen der Noth ſich vorzugsweiſe an ihn wenden wollte.
Sie ſchieden von ihm, wie von einem Freunde, während ihre Kameraden kaum ein herzliches Abſchiedswort für ſie hatten.
Als ſie das Etabliſſement verließen und ſchweigend der Stadt zuſchritten, blickten zwei feuchte Augen ihnen lange nach.
Valerie fühlte, daß der Mann alle Blüthen ihres Frühlings
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