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hören. Ich will denken, es ſei ein Traum geweſen und mich ge⸗ duldig in den Sturz meiner ſchönſten Hoffnungen fügen. Leben Sie wohl, wenn wir einander nicht wiederſehen und Ihr Ge⸗ wiſſen Ihnen einſt Vorwürfe machen ſollte, ſo denken Sie, ich habe Ihnen vergeben.“
Sie ging hinaus, ehe Michelet oder Otto Zeit fanden, ſie über die Gründe aufzuklären, die den jungen Mann nöthigten, trotz dem Briefe Eugenie's, bei ſeinem Entſchluſſe zu beharren.
Michelet blickte düſter vor ſich hin.
„Es iſt eine erzwungene Ruhe,“ ſagte er mit dumpfer, ton⸗ loſer Stimme,„Valerie will ſtark ſcheinen, um mich zu be⸗ ruhigen.“
„Ich dagegen glaube, daß ſie ruhig ſein wird, ſobald ich ab⸗ gereiſt bin und ſie einſieht, daß ſie den Schickſalsſpruch nicht ändern kann,“ erwiderte Otto.„Blicken Sie nicht ſo ſchwarz in die Zukunft, Fräulein Valerie iſt ein kluges, vernünftiges Mädchen, ſie wird, wenn auch langſam, das Bild aus ihrer Seele verdrängen.“
„Gott gebe, daß ſie Recht behalten,“ fuhr der Fabrikant fort, nich will wenigſtens das Meinige thun, ſie zu zerſtreuen.— Wohin gedenken ſie zu reiſen?“
„Nach England.“
„Ich habe es mir gedacht, Sie können dort noch Manches lernen und wenn es auch nicht viel iſt, ſo kann es Ihnen doch nicht ſchaden, wenn ſie die engliſchen Fabriken kennen gelernt haben. Sie werden zuerſt nach London gehen und ſpäter auch die großen Etabliſſements in Birmingham und anderen Städten beſuchen.“
„Das iſt mein Plan.“
„But. Wird Ihr Freund Sie begleiten?“
„Jal.
„Wie iſt es mit Ihrer Kaſſe beſtellt?“
„Ich hoffe für einige Monate auszureichen, bis dahin werde ich wohl Arbeit gefunden haben.“
Michelet öffnete ſeine Kaſſe nnd überreichte dem jungen Manne ein Tauſend⸗Francs⸗Billet.
„Nehmen Sie das,“ ſagte er,„in London iſt ein theures Pflaſter und allzuviel werden Sie bei mir nicht erſpart haben.“
Otto zögerte.
„Ich gebe Ihnen mein Wort, daß ich für einige Monate hin⸗ reichend verſehen bin,“ erwiderte er.
„Bah— wenn auch! Betrachten Sie's als einen Noth⸗ pfennig, für den Fall Sie krank werden. Ich ſchulde Ihnen ja ohnehin für das Modell der neuen Maſchine—“
„Herr Michelet, ich—“


