Jahrgang 
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Ich an Ihrer Stelle würde ja ebenſo handeln und Sie tragen keine Schuld daran, daß mein Kind bi ſo leidenſchaftlich liebt. Ich habe oft auf mein Glück gepocht, nun bin ich mit einem Schlage ein armer Mann geworden, das Liebſte, was ich beſitze, wird mir genommen.

Das wolle Gott verhüten! ſagte Otto tief bewegt.

Suchen Sie nicht, mich zu tröſten, ich weiß, daß mein Kind dieſen herben Schickſalsſchlag nicht überleben wird.

Aber gibt es denn keinen Weg, dem vorzubeugen?

Michelet ſchüttelte verneinend das Haupt.

Wenn wir ihr Hoffnung ließen, wenn wir durch eine unter den obwaltenden Umſtänden gewiß gerechtfertigte Täuſchung ſie hinzuhalten verſuchten, bis die Zeit ihren Schmerz gemildert und ſie mit dem Gedanken an den Verluſt ihrer Hoffnungen vertraut gemacht hätte, wäre das nicht ein Weg, den man wenigſtens ver⸗ ſuchen könnte?

Der Fabrikant blickte gedankenvoll vor ſich hin.Ich habe ſchon daran gedacht, erwiderte er,aber ich fürchte, Valerie wird die Abſicht durchſchauen.

Das glaube ich kaum, ſie wird ſich Anfangs an dieſe Hoff⸗ nung anklammern

Sie wird Beweiſe verlangen, ich kenne ſie. Wenn Sie Valerie damit beruhigen wollen, daß Sie ihr geloben, ſpäter zurückzukehren, ſo wird ſie von Ihnen ein bindendes Verſprechen verlangen.

Gut, beugen wir dieſer Forderung vor.

Wodurch?

Ich gehe, ohne Abſchied von ihr zu nehmen. Nach meiner Abreiſe übergeben Sie ihr meinen Brief, in welchem ich ihr mit⸗ theile, daß ich jetzt noch keinen Entſchluß faſſen könne, daß ich einſtweilen nach England abgereiſt ſei, ſpäter aber zurückkehren werde, um ihr meinen Entſchluß zu nennen.

Werden Sie dieſes Verſprechen erfüllen?

Wenn die Umſtände es fordern, ja.

Die Beiden hatten nicht bemerkt, daß Valerie bei den letzten Worten eingetreten war. Bleich, mit bebenden Lippen, ſtand das Mädchen an der Thüre, die ganze Gluth der gewaltigen Leiden⸗ ſchaft, die ſie beſeelte, loderte in ihren dunkeln Augen.

Wozu der Betrug? ſagte ſie.Ich würde mich durch ihn nicht täuſchen laſſen. Gehen Sie, Otto, ich will ſuchen, Sie zu vergeſſen, meines Vaters wegen.

Beſtürzt hatten die Beiden ſich umgewandt.

Otto wollte ſprechen, Valerie winkte ihm, zu ſchweigen.

Rechtfertigen oder entſchuldigen Sie ſich nicht, fuhr ſie fort, mühſam ihre Ruhe und Faſſung behauptend,ich will nichts