Jahrgang 
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delt ſich ja um eine glänzende Stellung für Ihren Herrn Sohn, der Gott ſei Dank, geſundere Anſichten hat, wie ſeine Frau Mutter! Ich danke für dieſen Auftrag, bin überhaupt der Mei⸗ nung, daß man in ſolchen Dingen ſich ganz zurückhalten ſoll. Ehen werden im Himmel geſchloſſen, Madame, nicht im Familien⸗ kreiſe, und ich denke, Otto und Eugenie können's beide noch ruhig abwarten. Otto hat Verſtand und Talent, er wird ſeinen Weg zu finden wiſſen, vor einem Manne, der ſein Glück durch eine Heirath gründen muß, habe ich keine Achtung. Und mit dem Haſchen nach Reichthum und Anſehen kommt man gemeiniglich auch nicht weit; wie gewonnen, ſo zerronnen!

Der Schenkwirth lächelte und nickte und machte ſogar einen Verſuch, mit den kleinen runden Händen Beifall zu klatſchen, nur ein ſtrafender, zürnender Blick ſeiner Gattin hielt ihn ab, dieſes Vorhaben auszuführen.

In den Augen der Mutter ſprühte und loderte eine verzehrende Gluth, aus dem Parademarſch war ein vollſtändiger Trommel⸗ wirbel geworden.

Ah Sie denken, wenn unſer Sohn einmal reich ſei und dann als angeſehener Fabrikant zurückkehre

Davon kann vorläufig keine Rede ſein, fuhr Tante Thereſe, der gereizten Frau ins Wort fallend, fort,ich habe mir Ihres Sohnes wegen noch keine Illuſionen gemacht und finde auch keinen Grund, das jetzt zu thun. Meinetwegen mag er Fräulein Michelet heirathen, ich werde ihm nichts in den Weg legen, im Gegentheil, es würde mich freuen, wenn er ſein Glück dadurch begründete, aber es ſoll mir nicht einfallen, ihn direct oder indirect zu dieſem Schritt zu zwingen.

Daſſelbe habe ich auch geſagt, verſetzte Schenk,wenn Otto unſern Rath hören wollte, würde er ſelbſt geſchrieben haben. Er hat dies nicht gethan, alſo iſt er auch eing mit ſich über das, was er thun darf und muß. 3

Frau Schenk zuckte mit einer Geberde der Geringſchätzung die Achſeln, aber der innere Groll prägte ſich deutlich in ihrem Blick und ihren Zügen aus.

Sie erwiderte kaum den Gruß der Tante Thereſe, die es für rathſam hielt, ſich zu entfernen; aber die Thür war hinter der letzteren noch nicht ins Schloß gefallen, als das Gewitter ſich über den Schenkwirth entlud, der es gewagt hatte, den Anſichten und Behauptungen ſeiner Gattin ſo energiſch entgegenzutreten.

Eugenie hatte inzwiſchen nach einem ſchweren, bittern Kampfe ihren Entſchluß gefaßt.

Sie wollte zurücktreten, weil ſie dadurch das Glück Otto's und ihrer Nebenbuhlerin zu begründen hoffte.