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Es war zu ſpät! Liebmann konnte dem Netze, in welchem ey gefangen war, nicht mehr entrinnen.
Er würde das ſchon jetzt gewußt haben, wenn er geahnt hätte, das aio Herz nach den geheimen Inſtructionen Heinrich Schenk's andelte.
Siebenunddreißigſtes Kapitel.
Der Kampf der Liebe.
Mehrere Tage waren nach der Hochzeit Heinrich's verſtrichen, als Tante Thereſe und Eugenie die Briefe Michelets und Valerie's erhielten.
Das war ein Blitzſtrahl aus heiterem Himmel, der in die ſchönen herrlichen Luftſchlöſſer vernichtend hineinfuhr.
Eugenie las den Brief Valerie's zu wiederholten Malen, der Inhalt deſſelben beſtürzte und erſchütterte ſie.
Auch Tante Thereſe, die ſonſt nicht ſo leicht ihre heitere Laune verlor, die ſtets in allen Verhältniſſen ſofort einen Ausweg fand, war beſtürzt und rathlos.
„Das iſt ein harter, ſchwerer Kampf,“ ſagte ſie,„ein Kampf zwiſchen Liebe und Pflicht. Die Menſchenpflicht gebietet Dir, zu⸗ rückzutreten, Deinen Anſprüchen zu entſagen und dadurch das Leben derjenigen zu retten, die ihm das Leben gerettet hat.“
Eugenie nickte wehmüthig, eine Thräne ſchimmerte in ihren großen ſchönen Augen.
„Kann ich denn Anſprüche und Rechte geltend machen?“ er⸗ widerte ſie.„Er iſt nicht an mich gebunden, er weiß ja nicht, daß und wie ſehr ich ihn liebe.“
„Dennoch glaube ich nicht, daß Otto das Opfer annehmen wird,“ fuhr Tante Thereſe fort,„er weiß von dieſem Schritt nichts, er hat das Anerbieten des Fabrikanten mit feſter Ent⸗ ſchloſſenheit zurückgewieſen.“.
Weiter waren die Verhandlungen noch nicht gediehen, als die Magd die Nachricht brachte, Frau Schenk laſſe Fräulein Thereſe Stern um eine kurze Unterredung bitten. Tante Thereſe nickte bedeutſam..
„Die weiß es auch ſchon,“ ſagte ſie, und es ſchien, als ob dieſe Nachricht ihr die ganze Elaſticität ihres Geiſtes zurückgegeben


