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„Sei es denn,“ erwiderte der junge Manne mit gepreßter Stimme,„ich will das Opfer bringen.“
Er hatte bereits die Feder ergriffen und aus ſeinem Porte⸗ feuille ein Wechſelformular genommen.
„Halt,“ ſagte der Wucherer, deſſen ſtechender Blick mit durch⸗ dringender Kraft auf dem Antlitz Liebmann's ruhte,„verſtändigen wir uns zuvor über die Sicherheit, die ſie mir geben wollen.“
Liebmann blickte befremdet auf.
„Wir vernichten den alten Wechſel und ich ſtelle einen neuen aus,“ entgegnete er,„ſo haben wir's ja bei jeder Prolongation gehalten.“
„Das genügt mir nicht mehr.“
„Weshalb nicht?“
„Ein Wechſel auf Ihre Firma bietet mir keine Sicherheit mehr. Ich kann nicht wiſſen, ob Ihr Vater nicht Wind über Ihre Lebensweiſe und Ihre Schulden erhalten hat, ob das Cir⸗ culair, in welchem er Ihnen die Unterſchrift entzieht, nicht ſchon in der Druckerei liegt. Was iſt dann der Wechſel für mich? Ein werthloſer Wiſch, der mich nur berechtigt, Sie, nicht aber die Firma einzuklagen.“
Die Adern auf der Stirne des jungen Mannes waren drohend angeſchwollen.
„Was wollen Sie Beſſeres von mir?“ erwiderte er mit heiſerer Stimme.„Ich kann Ihnen keine Bürgſchaft beibringen.“
„Ziehen Sie den Wechſel auf ein anderes hieſiges Geſchäftshaus.“
„Glauben Sie, ein anderes Geſchäftshaus wird meine Schulden bezahlen?“ ſpottete Liebmann.
„Das nicht, aber ich darf dann die Ueberzeugung hegen, daß Sie Alles aufbieten werden, um die Vorzeigung dieſes Wechſels zu verhüten.“
„Aber wozu das?“ rief Liebmann ungeduldig.„Das ſind Nebenwege, die—“
„Die mir eine Bürgſchaft bieten.“
„Worin ſollte die Bürgſchaft liegen?“
„In Ihrer Furcht vor dem Criminalgericht.“
„Das verſtehe ich nicht.“
„Na, wenn Sie ein falſches Accept—“
„Das muthen Sie mir zu?“ unterbrach Liebmann den Wucherer erboſt.„Ich ſoll einen falſchen Wechſel anfertigen?“
„Ich muthe Ihnen nichts zu,“ erwiderte Herz ruhig.„Ihrem freiem Ermeſſen überlaſſe ich's, ob Sie meinen Vorſchlag annehmen wollen oder nicht.“
Liebmann trocknete die naſſe Stirne und blickte lange düſter
vor ſich hin.


