bringen
gater lebt auf mein
ch keinen eſe faule
r genau, ie enterbt ente Be⸗ gsvollen
— 273—
„Sie hören ja, daß er verreiſt iſt,“ ſagte Liebmann ungeduldig. „Er erklärte mir, Sie ſeien ihm zu Dank verpflichtet und würden ſeinen Wunſch, mir Ausſtand zu geben, gewiß erfüllen.“
„Was nützt mir der Wunſch?“ erwiderte der Wucherer mür⸗ riſch.„So ſehr bin ich ihm nicht verpflichtet, daß ich dieſer Ver⸗ pflichtung wegen zwölftauſend Thaler in die Schanze ſchlagen müßte.“
„Wenn er dieſen Wunſch ausgeſprochen hat, wird er auch dafür ſorgen, daß Sie durch die Erfüllung deſſelben nicht in Verluſt kommen.“
„Das ſagen Sie!“
„Herrgott, iſt Ihnen denn mein Schwager nicht gut für den Betrag?“
„Wenn ich ſeine Bürgſchaft habe, allerdings.“
Liebmann ſtampfte mit dem Fuß auf den Boden und warf einen Blick des glühendſten Haſſes dem alten Manne zu, der eine unerſchütterliche Ruhe bewahrte, aber nichts deſto weniger ſeinen Schuldner ſehr ſcharf beobachtete.
„Mein Schwager wird entweder nach ſeiner Rückkehr die Bürg⸗ ſchaft übernehmen, oder mit meinem Vater reden,“ ſagte er, „geſchieht nichts von den Beiden, ſo bleibt Ihnen ja noch immer der Weg offen, gegen mich vorzugehen.“
Jakob Herz verſank in Nachdenken, Liebmann athmete auf, er glaubte, hoffen zu dürfen.
„Wie lange wünſchen Sie den Ausſtand?“ fragte der Wucherer nach einer Weile.
„Drei Monate.“
„Das iſt ſehr lange.“
„Ich fürchte, eine kürzere Friſt wird mir nicht viel nützen.“
„Bleibt Ihr Schwager ſo lange aus?“
„Das nicht, aber er muß einen günſtigen Augenblick abwarten, wenn er mit meinem Vater darüber reden will.“
„Drei Monate,“ erwiderte Herz nachdenklich.„Das iſt eine lange Zeit, ich könnte mit dem baaren Gelde in dieſer Friſt mindeſtens tauſend Thaler verdienen.“
„Das ſcheint mir denn doch etwas zu hoch gegriffen,“ ſagte Liebmann erbittert.
„Durchaus nicht.“
„Tauſend Thaler für drei Monate? Das wären ja, auf's Jahr berechnet, drei und dreißig ein drittel Prozent.“
„Ich kann mit dem baaren Gelde fünfzig verdienen,“ fuhr Herz gleichmüthig fort.„Fragen Sie Ihren Vater, wie viel er an ſeinen Cigarren verdient, es werden wohl auch vierzig Prozent herxaus kommen.“
Fünfmalhunderttauſend Thaler. 18


