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„Natürlich das Schuldgefängniß! Ich kann Sie hinein bringen und dort für meine Rechnung füttern laſſen.“
„Wozu der Spott?“ fuhr Liebmann auf.„Mein Vater lebt nicht ewig, wenn er die Augen geſchloſſen hat, können Sie auf mein Erbe Beſchlag legen.“—
„Sonderbar,“ ſpottete der Wucherer,„ich habe noch keinen Schuldner Ihres Schlages gehabt, der ſich nicht auf dieſe faule Redensart geſtützt hätte. Und doch wiſſen die Herren ſehr genau, daß ſie bis zu einer gewiſſen höchſt unbedeutenden Summe enterbt werden können, daß der Erblaſſende in ſeinem Teſtamente Be⸗ ſtimmungen treffen kann, die den Gläubigern ſeines hoffnungsvollen Sohnes das leere Nachſehen laſſen.“
„Befürchten Sie das auch bei mir?“ fragte Liebmann, dem das Blut in die Wangen ſchoß.
Jakob Herz zuckte die Achſeln.
„Ich kenne die Menſchen,“ fuhr er mit kühler Gemeſſenheit fort,„ſo lange ſie mich nöthig haben, beugen ſie den ſtolzen Nacken vor mir, und wenn es ſein muß, küſſen ſie ſogar meine Schuh⸗ ſohlen. Aber hinter dem Rücken wünſchen ſie, daß der Teufel mich lothweiſe holen möge und wenn ſie mich um meine Forderung betrügen können, thun ſie es mit boshafter Freude. Ich traue Keinem weiter, als ich ihn ſehe und ich geſtehe Ihnen aufrichtig, es wäre mir lieber, wenn ich das Geſchäft mit Ihnen nicht ge⸗ macht hätte!“
„Das ſind Vorausſetzungen, die meine Ehre beleidigen,“ ent⸗ gegnete Liebmann, bebend vor Wuth.„Trotzdem Sie mich über den Löffel barbirt haben, werde ich meine Schuld auf Heller und Pfenning tilgen.“
„Es wird mir lieb ſein.“
„Aber morgen kann ich es noch nicht.“
„Natürlich, und wenn Sie es könnten, thäten Sie es nicht. Es iſt ſo bequem, die Erfüllung läſtiger Verbindlichkeiten bis zum Tode des Vaters zu verſchieben. Ich werde mein Geld ſchon erhalten, verlaſſen Sie ſich darauf.“
„Wenn Sie das wiſſen, weshalb wollen Sie mir den Aus⸗ ſtand nicht bewilligen? Sie verdienen dabei wieder eine hübſche Summe.“
„Ich kann mit dem baaren Gelde mehr verdienen.“
„Fordern Sie.“
„Bah— ich ziehe vor, das Geld einzukaſſiren.“
„Warten Sie wenigſtens ſo lange bis mein Schwager zurück iſt.“
„Wird er Ihnen helfen?“ ſpottete Herz.
„Er hat es mir verſprochen.“
„Bringen Sie mir ſeine Bürgſchaft ſchriftlich.“
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