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aber nichts der Art war zu erblicken. In die Trompete ward zu wiederholten Malen geſtoßen, aber leerer Wider⸗ hall allein antwortete. Es herrſchte eine Stille um die Berggipfel, welche zeigte, daß das tödliche Ringen vor⸗ uͤber ſey. Dann und wann kam ein verwundeter Krie⸗ ger und zog ſeine ſchwachen Schritte über Felszacken und Felſen hin, aber wenn man ihn fragte, ſchüttelte er trau⸗ ernd mit dem Kopf, und vermochte nichts zu ſagen von dem Schickſal ſeines Befehlshabers.
Die Kunde von dieſer unſeligen Niederlage und dem gefaͤhrlichen Zuſtande der Ueberlebenden erreichte König Ferdinand zu Granada. Er zog alsbald an der Spitze der ganzen Ritterſchaft ſeines Hofes auf die Gebirge von Ronda zu. Seine Gegenwart mit einer ſtarken Streit⸗ macht ſetzte bald der Empörung ein Ziel. Einem Theil der Mauxen ward vergönnt, ſich loszukaufen und nach Afrika überzuſchiffen; andere bewog man das Chriſten⸗ thum anzunehmen, und die Einwohner der Stadt, wo die chriſtlichen Miſſionäre erſchlagen worden, wurden als Sklaven verkauft.
Von den beſiegten Mauren erhielt man ſichere Kunde über das traurige, aber heldenmüthige Ende Don Alon⸗ zo's de Aguilar. Am Morgen nach der Schlacht, als die Mauren herankamen, die Toden zu plündern und zu begraben, ward die Leiche Don Alonzo's unter denen von mehr als zweihundert andern ſeines Geſolges gefun⸗ den, unter welchen viele Alcayden und Nitter von Aus⸗ eichnung waren. Obgleich das Aeuſſere Don Alonzo's
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