Jahrgang 
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ren einen Damm entgegenzuſetzen. Alsdaun nahm er ſeine Stellung auf einer felſigen Anhöhe, und behauptete ſeinen Poſten bis zum Morgen, manchmal heftige Anfälle zurückſchlagend, dann ſelbſt wieder vorrückend und den Feind angreifend. Als der Morgen dämmerte, ließen die Mauren vom Kampfe ab, und zogen ſich dem Gebirg hinauf.

Da erſt konnten die Chriſten Athem ſchöpfen und ſich über den traurigen Verluſt Gewißheit verſchaffen, der ſie betroffen hatte. Unter den vielen tapfern Rittern, welche gefallen waren, befand ſich auch Don Franciſeo Ramirez von Madrid, welcher Oberbefehlshaber von dem Geſchütz während des ganzen Kriegs von Granada geweſen war, und durch ſeine Tapferkeit und Geſchicklichkeit ſehr viel zu jener merkwürdigen Eroberung beigetragen hatte.

Aber alle andere Noth, alle andere Sorgen wurden über der Angſt wegen Don Alonzo de Aguilar's Schick⸗ ſal vergeſſen. Sein Sohn Don Pedro de Cordova war mit vielen Beſchwerden aus der Schlacht gerettet worden, und lebte ſpäterhin unter dem Namen Marquis von Priego; aber von Don Alonzo war nichts bekannt, auſ⸗ ſer daß er mit einer Handvoll Ritter zurückgelaſſen worden, immer noch im Kampf mit einer überwältigenden feind⸗ lichen Streitmacht.

Als die aufgehende Sonne auf die rothen Zacken der Gebirge ſchien, ſpähten die Soldaten mit ängſtlichen

Blicken umher, ob ſie vielleicht ſein Banner von einem Abhange oder einem Bergpaß her flattern ſehen möchten,

Irving's Granada. 4 6.. 23