Jahrgang 
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den Mauren wohl bekannt war, da er ſich unter ihnen im Krieg und Frieden ſo ſehr ausgezeichnet hatte, war er doch von ſeinen Wunden ſo bedeckt und entſtellt, daß er nur mit vielen Schwierigkeiten von ihnen erkannt wer⸗ den konnte. Sie hoben die Leiche ſorgſam auf, und uͤber⸗ lieferten ſie, als ſie ſich unterwarfen, dem Könige Ferdi⸗ nand. Sie ward unter vielen Thränen und Klagen von ganz Andaluſien mit großem Pomp nach Cordova ge⸗ bracht.

Als der Leichenzug in Cordova eintrat, und die Ein⸗ wohner den Sarg ſahen, welcher die Ueberreſte ihres Lieb⸗ lingshelden enthielt, als ſie das Schlachtroß erſchauten, das in der Traueraufzäumung dahin geführt ward, und auf welchem ſie ihn eben noch aus ihren Thoren ausziehn geſehen, da brach die ganze Stadt in ein allgemeines Klaggeſchrei und Jammern aus. Der Leichnam wurde in großer Pracht und mit aller Feierlichkeit in der Kirche des h. Hypolit beigeſetzt. Viele Jahre nachher ließ ſeine Enkelin, Donna Catalina von Aguilar und Cordova, Markgräfin von Priego, ſein Grabmahl verändern. Als man den Leichnam unterſuchte, fand ſich die Spitze einer Lanze mitten unter den Gebeinen. Er hatte ſie ohne Zweifel mit einer der verſchiednen Wunden in ſeinem letz⸗

ten Todeskampfe bekommen.

Der Name dieſes vollkommnen, chriſtlichen Ritters iſt immer ein Lieblingsgegenſtand des Chroniſten und Dich⸗ ters geblieben, und dem Andenken des Volks durch viele hiſtoriſche Balladen und paterländiſche Geſänge lieb

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