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Kampf war für einige Zeit zweifelhaft, aber Don Atonzo empfing eine Wunde an dem Haupt und eine andere auf die Bruſt, die ihn wanken machte, Er ergriff, er klam⸗ merte ſich an ſeinen Feind; es entſtand ein tödliches Rin⸗ gen, bis der chriſtliche Ritter, von ſeinen Wunden er⸗ ſchöpft, auf den Rücken ſiel. Doch hielt er immer noch ſeinen Feind mit ſtarker Fauſt.
„Denk' nicht,» ſagte er, a du habeſt einen leichten Fang; wiſſe, daß ich Don Alonzo, der von Aguilar bin!l⸗ „Wenn du Don Alonzo biſt,» entgegnete der Maure, eſo wiſſe, daß ich El Feri von Beu Eſtepar heiße!»
Sie ſetzten ihr verzweifeltes Ningen fort und beide zo⸗ gen die Dolche; aber Don Alonzo war durch ſieben klaf⸗ fende Wunden erſchöpft. Während er noch rang, verließ ſeine Heldeuſeele den Leib, und er ſtarb unter den Haͤn⸗ den des Mauren.
So ſiel Alonzo de Aguilar, der Spiegel der Andalu⸗ Fſchen Ritterſchaft; einer der mächtigſten Granden Spo⸗ niens, durch ſeine Perſon, ſeine Abkunft, ſeine Beſitzun⸗ gen und feine Würden. Vierzig Jahre kang hatte er er⸗ folgreiche Kriege gegen die Mauren geführt, in ſeiner Kindheit durch ſeinen Anhang und ſein Gefolge, in ſei⸗
uem männlichen Alter durch die Tapferkeit ſeines Arms und die Weisheit und Kraft ſeines Geiſtes. Sein Ban⸗ ner war immer voran geweſen in jeder Gefahr, er hatte als General an der Spitze von Armee'n geſtanden, und war Vicekönig von Andaluſten und Betreiber vieler glor⸗ reichen Unternehmungen geweſen, worin Köünige beſtegt


