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auch verwundet war, und in ihn drang, das Wahlfeld zu verlaſſen.
„Flieh', mein Sohn,» ſagte Don Alonzo. Laß uns nicht alles einem Zufall, einem Spiel des Glücks anheimſtellen; benimm dich als ein guter Chriſt und lebe zum Troſt und zur Ehre deiner Mutter.⸗
Don Pedro weigerte ſich noch, ihn zu verkaſſen; wor⸗ auf Don Alonzo einigen von ſeinem Gefolge befahl, ihn unt Gewalt wegzubringen. Sein Freund, Don Fran⸗ ciſco Alvarez von Cordova, nahm ihn in ſeine Arme, und brachte ihn zu den Zelten des Grafen von Urena, der auf den Höhen Halt gemacht hatte, und in einiger Entfernung von dem Schlachtfeld die Flüchtlinge ſammelte und ſchützte. Faſt zu gleicher Zeit ſah der Graf ſeinen eignen Sohn Don Pedro Giron, gräßlich verwundet ein⸗ bringen.
Mittlerweile ſetzte Don Alonzo mit ſeinen zweihun⸗ dert Rittern den ungleichen Kampf fort. Von Feinden umringt, fielen ſie einer nach dem andern, gleich edlen Hirſchen, die von Jägern umzingelt worden. Don Alonzo war der bis zuletzt Ueberlebende. Er war ohne Pferd, und faſt ohne Rüſtung; ſein Bruſtſtück war aufgeriſſen, umd ſein Bufen voll klaffender Wunden. Dennoch bot er immer noch dem Feinde tapfer die Spitze, und verthei⸗ digte ſich, zwiſchen zwei Felſen zurückgezogen, mit ſolcher Tapferkeit, daß die Erſchlagenen in Haufen vor ihm lagen.
Er wurde in dieſem Zufluchtsort von einem Mauren von übermäßiger Stärke und Wildheit angegriffen. Der


