Jahrgang 
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gewahrten mit Erſtaunen, daß ihnen nur eine Handvoll Feinde gegenüberſtanden, und daß der groͤßere Theil der Chriſten von dem Wahlfeld floh. Sie ſtießen lautes Trinmphgeſchrei aus.

Während einige mit verdoppelter Kraft den Kampf fortſetzten, verfolgten andere die Flüchtlinge, wälzten Steine, ſchleuderten Wurfſpieße hinter ihnen her, und ſchoſſen Schauer von Pfeilen ab. Viele der Chriſten ſtuͤrzten ſich in ihrem Schrecken, in ihrer Unbekanntſchaft mit den Gebirgen kopfüber vom Rand der Abhänge hinab, und zerſchlugen in Stücken.

Don Alonzo de Aguilar behanptete noch ſeine Stel⸗ lung; aber während ein Theil der Mauren ihn im An⸗

geſicht angriffen, beläſtigten ihn andere mit allen Arten von Geſchoſſen von den herüͤberhängenden Bergzacken herab. Einige der Ritter⸗ ſchlugen bei'm Anblick des hoff⸗ nungsloſen Kampfes vor, die Höhe zu verlaſſen und ſich dem Berg abwärts zurückzuziehn.

«Nein,» ſagte Don Alonzo ſtolz,«nie zog das Ban⸗ ner des Hauſes Aguilar einen Fußbreit ſich zurück von dem Felde des Schlachtraums!»

Er hatte kaum dieſe Worte ausgeſprochen, als ſein Sohn Don Pedro zu ſeinen Füßen hingeſtreckt ward. Ein Stein, von einer Bergſpitze herabgeworfen, hatte ihm zwei Zaͤhne ausgeſchlagen, und eine Lanze war ihm fau⸗ ßend und zitternd durch den Schenkel gedrungen. Der Jüng⸗ ling verſuchte ſich zu erheben, und mit einem Knie auf dem Boden an der Seite ſeines Vaters zu fechten, der ſelbſt