Münchhauſens Biographie. 430
pfang eines Geſandten, der durch eine Stadt in Deutſchland
reiſ't. Endlich beſann ich mich auf einen Schloſſer, der
ehedem in der Tuͤrkei geweſen war. Der muß doch wohl wiſſen, dacht' ich, was in Conſtantinopel Sitte iſt, und alſo wurde dieſer flugs in ein geheimes dieſer Angelegenheit wegen angeordnetes Conſeil gerufen.
Nach einer langen Berathſchlagung, die ebenſo inter⸗ eſſant war als manche an deutſchen Hofen uͤber die wich⸗ tige Frage, ob der fuͤrſtliche accreirte Waſchbeckenausputzers⸗ Subſtitut vor dem furſtlichen Vicehundejungens⸗Acceſſiſten den Vorrang prätendiren könne, fand ſich der Schloſſer be⸗ reitwillig dazu die Hauptrolle bei dieſem Empfang zu uͤber⸗ nehmen. Er ſollte alſo eine turkiſche Kleidung, die er von ſeinen Reiſen mitgebracht hatte, anziehen und wie der An⸗ fuͤhrer einer Reihe Schneegaͤnſe vor den Deputatis eines ehrſamen Rathes hergehen. Dieſe machten ſich verbindlich bloß die Statiſten zu ſpielen und dem Anfuͤhrer in allen Geberden auf das genauſte zu folgen, weil er doch das Coſtuͤm am beſten zu treffen wiſſen müſſe. Zugleich uͤbernahm ich⸗ der Buͤrgermeiſter, das Geſchaft, dem Geſandten Geſchenke, aus Landesproducten beſtehend, zu uberreichen.
Dieſer Vortrag wurde im Rathe zu Schilda angenom⸗ men und einſtimmig decretirt⸗


