112 Der Burgundiſche Poſtillon.
niſe eingewilligt hat, Ihre Gattin zu werden, ſo geſchah es nur——.
— Weil ſie Jean⸗Marie untreu glaubte, fiel laͤchelnd der Britte ein, waͤhrend er doch nur dankbar war.
— Wie, Sie wiſſen es ſchon? In dieſem Falle, Herr Graf, koͤnnen Sie nicht weiter in mich dringen. Außerdem iſt dieſer junge Mann der Sohn meines Kame⸗ raden; ſein Vater ſtarb an meiner Seite auf dem Schlacht⸗ felde bei Waterloo.„Nimm Dich väterlich meines Sohnes an,“ waren ſeine letzten Worte. Armer Robert! Noch immer glaube ich dieſe Worte zu hoͤren.
— Robert, ſagten Sie? rief plotzlich der Graf.
— Ja, Robert war der Name meines unglucklichen Kameraden! Im Begriff, einem General von Ihrer Na⸗ tion das Leben zu retten, traf ſeine Bruſt eine Kugel. Er ſtuͤrzte— ich wollte ihn aufheben; doch er ſprach:„Danke, mein alter Freund, Deine Huͤlfe wird mir nichts mehr nutzen; bewahre ſie aber fuͤr einen Andern auf, der ihrer bedarf, fuͤr meinen Sohn— verſprich mir, meine Stelle bei ihm zu vertreten.“ Feierlich und mit Thraͤnen in den Augen gelobte ich dies in ſeine ſterbende Hand. Als er mich weinen ſah, fuͤgte er mit ſeiner letzten Kraftanſtrengung hinzu:„Lebe wohl, mein Freund! Trockne Deine Thraͤnen und beklage mich nicht, denn vor meinem Tode habe ich


