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Der burgundische Postillon : humoristischer Roman / con Paul de Kock ; deutsch von August Schrader
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Der Burgundiſche Poſtillon. 109

Worten denn wirklich Glauben ſchenken koͤnnen, wenn ich Ihnen ſagte, ich liebte Sie nicht?— O es war eine Luge, eine abſcheuliche Luge, die mich viel, ſehr viel gekoſtet hat; da aber durch Ihre Verbindung mit dem Grafen Clarendon nur allein die Vermogens⸗Umſtaͤnde unſers Vaters Chaillou wieder gehoben werden konnten, habe ich meine Liebe und Dankbarkeit zum Opfer gebracht!

Deniſe ſchien ihren eignen Ohren nicht trauen zu wollen, als fie dieſe Erklaͤrung hoͤrte, die Jean⸗Marie in einem Tone abgab, der Zeugniß war, wie gern er ſich ſchon lange dieſes peinlichen Geheimniſſes entaͤußert haͤtte. Nach⸗ dem ſie ihn einige Augenblicke angeſtarrt, rief ſie:

— Jean⸗Marie, iſt das wahr?

— Leider iſt es wahr, fuhr der Poſtillon fort. Ich wußte, daß Elend und Entehrung unſern Wohlthäter be⸗ drohten; um ihm ein gluckliches Loos zu ſchaffen und ſein altes Haupt vor Schande zu bewahren, ſchrieb ich Ihnen den Brief, deſſen Inhalt mir das Herz brach. Dieſes Ge⸗ ſtaͤndniß mußte ich Ihnen ablegen, denn mit Ihrer Hand auch Ihre Achtung zu verlieren, waͤre ein Schmerz geweſen, dem ich unterlegen waͤre! Und nun leben Sie wohl, Frau Graͤfin!

Mit Thraͤnen in den Augen will ſich der brave junge Mann entfernen, als ihm plotzlich Vater Chaillou entgegen⸗