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Der burgundische Postillon : humoristischer Roman / con Paul de Kock ; deutsch von August Schrader
Entstehung
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108 Burgundiſche Poſtillon.

— Und ich muß Ihnen geſtehen, mein Herr, daß ich ein ſolches Betragen von Ihnen nicht erwartet hätte.

— Ach, mein Betragen mußte Ihnen wohl als ein hoͤchſt unwüͤrdiges erſcheinen, nicht wahr? Und doch, hatten Sie meine Gruͤnde gekannt, die mich dazu beſtimmten——

— O, ich kenne dieſe Gruͤnde, mein Herr!

— Wie, fragte uͤberraſcht der Poſtillon, Sie kennen ſie?

— Ja, ich kenne ſie! Sie haben eine kindliche Freundſchaft verrathen und ein feierlich gegebenes Verſprechen gebrochen, weil Sie meinen Wohlthaͤter zu Grunde gerichtet und ihn nicht mehr in dem Stande glaubten, mir ſoviel zur Ausſteuer zu geben, als er mir verſprochen hatte!

— Ja, das mußten Sie glauben, Deniſe! fuhr der Poſtillon ſchmerzlich fort. Doch jetzt, da Sie die Gattin eines Andern ſind, ſollen Sie die Wahrheit erfahren; jetzt kann ich Ihnen Alles ſagen!

In dieſem Augenblicke oͤffnet ſich ein Fenſter in dem Pavillon; der Graf Clarendon und Madame Deville werden ſichtbar. Freude ſtrahlt aus ihren Augen, als ſie die beiden jungen Leute, in einem Geſpraͤche begriffen, erblicken. Da die Unterredung vor dem Pavillon ſtattfand, entging den beiden Lauſchern kein Wort.

— So ecklaͤren Sie ſich, ſprach Deniſe zu Jean⸗Marie.

— Deniſe, hob Jean⸗Marie an, haben Sie meinen