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Der burgundische Postillon : humoristischer Roman / con Paul de Kock ; deutsch von August Schrader
Entstehung
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60 Der Burgundiſche Poſtillon.

ſollte man glauben, es gabe gar keine Sorgen auf der Welt, es gaͤbe lauter Wein! Jean⸗Marie, gieb mir noch ein Glas von dem Troſter, denn ich brauche viel Troſt, weil ich ſehr viel Leiden habe!

In dieſem Augenblicke tritt Deniſe, des Poſthalters Pflegetochter, einen Brief in der Hand haltend, weinend in das Thor ein, das zu dem Dorfe fuͤhrt. Der Poſtillon bemerkt ſie, thut aber, als ob er ſie nicht ſieht. Haſtig fuͤllt er die Glaͤſer von neuem, ergreift das ſeinige und ruft:

— Es lebe die Freude! Es lebe der Wein! Zum Teufel mit der Heirath, zum Teufel mit allen Weibern!

Erſchreckt fahrt die arme Deniſe zuſammen, als ſie den Toaſt ihres Verlobten hoͤrt. Vor Schrecken feſtgebannt bleibt ſie ſtehen, und ein neuer Thraͤnenſtrom entſturzt ihren ſchoͤnen Augen.

— O, mein Gott, wie hat er mich betrogen! ruft ſie in Verzweiflung aus.

Die Trinker aber laſſen ſich nicht ſtören, ſie leeren ein Glas nach dem andern und wiederholen den letzten Vers ihres Liedes. Nach Beendigung deſſelben ſinkt Galopin mit dem Kopfe auf den Tiſch und ſchlaft ein. Die arme be⸗ trogene Deniſe iſt auf einen Gartenſtuhl geſunken, haͤlt ihr Schuͤrzchen vor die Augen und weint bitterlich.

Um Jean⸗Marie's peinliche Lage noch zu vergrößern,