Der Burgundiſche Poſtillon. 59
er dem Wunſche ſeines Trinkgenoſſen nachzukommen beſchloß. Mit gluhendem Auge ergriff er ſein Glas, ſtand von der Bank auf und ſang:
Wo hoch auf den Bergen Die Rebe erglüht,
Nur Freiheit und Freude Im Sonnenſtrahl blüht: Drum ziehen erwärmend Beim perlenden Wein
Die Freude, der Frohſinn In's Menſchenherz ein.
Es wohnt in dem Nektar Die göttliche Kraft, Zu ſtärken, was Thränen Und Leiden erſchlafft: Drum ſchlafen im Buſen Beim perlenden Wein Die Sorgen und Plagen
Des Menſchen auch ein.
Doch ſchlummert die Freude,
Die himmliſche, ein,
Dann weckt ſie zum Leben
Der perlende Wein:
Drum greife zum Glaſe
Wen Leiden umſtrickt,
Der Wein iſt der Tröſter,
Der Alles erquickt!
— Ein praͤchtiges Lied, ſtammelt Galopin und trinkt den Reſt ſeines Glaſes aus; wenn man das ſingen hort,


