Der Burgundiſche Poſtillon. 57
Die Hebe naht, eine Flaſche in der Hand tragend; Galopin ſieht Beide zaͤrtlich an und vergißt daruber ſeinen eiligen Auftrag.
— Hier iſt der verlangte alte Wein, ſpricht Tapotte; dieſe Flaſche iſt ſieben Jahre alt.
— Sieben Jahre? verſetzt Galopin. Geliebte Freun⸗ din, da muß ich Ihnen bemerken, daß ſie fur ihr Alter noch ſehr klein iſt.
Tapotte fullt die Glaͤſer und reicht eins davon dem Stallknechte.
— Hier, mein lieber Galopin!
— Ja, meine gottliche Tapotte! Ich werde mir jetzt die Kehle reinigen und bitte dann um den Kuß, den Sie mir heute fruͤh verſprochen haben.
— Ich habe Ihnen nichts verſprochen.
Der begeiſterte Stallknecht ſteht auf, ſchlingt ſeinen Arm um die ziemlich dicke Taille der Landſchoͤnheit und will ihr mit Gewalt einen Kuß auf die braunrothen Lippen drucken.
— Was man mir einmal verſprochen hat, muß ich erhalten!
Tapotte regt ihre dicken Arme und ſtößt den armen Stallknecht, der in dieſem Augenblicke auf ſchwachen Fuͤßen ſteht, mit ungeheurer Kraft von ſich ab. Da der Stall⸗


