Der Zihiſce Poſtillon. 51 er ihn zuſammen und ſchreibt die Adreſſe. Ein Strom von Thraͤnen faͤllt auf das Papier. Seinen ganzen Muth zuſammennehmend ſteht er endlich auf und ruft eine Magd, die in dieſem Augenblicke uͤber den Hof geht.
— Jeannette, ſpricht er, ubergieb dieſen Brief Mamſell Deniſen.
— Gleich, antwortet die Gefaͤllige; ich werde ihn zur Nachbarin Nichon tragen; dort befindet ſich Mamſell Deniſe in dieſem Augenblicke.
Jean⸗Marie hatte den Plan entworfen, ohne von irgend Jemandem Abſchied zu nehmen, das Dorf zu ver⸗ laſſen; denn er fuͤrchtete, daß der Anblick und die Thraͤnen ſeines geliebten Maͤdchens ſeinen Entſchluß wankend machen wuͤrde. Der Gedanke an das Ungluͤck ſeines Wohlthaͤters und daß durch ſeine Entſagung die Ehre des alten Soldaten gerettet werden wuͤrde, ließ ihn auf ſeinem Vorſatze beharren. Die Pflicht der Dankbarkeit ging ihm uͤber Alles.
Unſer Poſtillon traute ſich dennoch aber nicht Kraft genug zu, im Falle Deniſe eine Erklaͤrung von ihm ver⸗ langen ſollte, ihrer Ueberredung zu widerſtehen. Der Wein ſollte ihm Muth geben, Allem zu widerſtehen. Er wußte, daß Deniſe die Trunkenbolde vom Grunde ihrer Seele haßte und verabſcheuete, daß ſie ihn ſogar verachten wuͤrde, wenn ſie ihn in einem trunkenen Zuſtande erblickte: ihm war in
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