Der Burgundiſche Poſtillon. 49
meines Wohlthäters, den muß ſie mehr lieben als mich. Man muͤßte mich ja verachten, wenn ich das jemals zu⸗ gaͤbe. Nein, nein, es muß ſein! Arme Deniſe, vergieb mir!
— Werde ich aber auch den Muth haben, fuhr er leiſer fort, vor Deniſe hinzutreten und ihr zu ſagen: Ich liebe Dich nicht mehr, ich will Dich nicht heirathen, weil— weil Du arm biſt?— O nein, nein! Mein Herz wuͤrde mich verrathen; ich werde es ihr ſchreiben, das wird beſſer ſein!
— Holla! Tapotte! ruft er mit lauter Stimme nach der Schenke zu.
Die Magd mit den dicken Armen, die Anlaß zu philo⸗ ſophiſchen Betrachtungen giebt und dem armen Galopin den Kopf verdreht hat, tritt raſch aus der Thuͤr des Wirths⸗ hauſes in den Hof.
— Was wuͤnſchen Sie, Herr Jean⸗Marie?
— Kannſt Du mir wohl Schreibzeug und Papier bringen?
— Warum nicht? Auch mit Federn kann ich die⸗ nenz es giebt ja Vogelvieh genug in unſerm Dorfe.
Nach einigen Augenblicken tritt der dienſtbare Schenk⸗ geiſt wieder aus dem Hauſe und uberreicht dem Poſtillon Schreibzeug, Papier und Feder mit den Worten:
— Hier iſt das Verlangte und eine vorzuglich gute Der Vurgund. Poſtillon. 4


