Der Burgundiſche Poſtillon. 47
— Au weh! Ich behaupte auch das Gegentheil! Ich habe das Geruͤcht nicht ausgeſprengt!
— Aber Du wiederholſt es, feiger Menſch! Du wuͤr⸗ deſt beſſer thun, wenn Du den Pferden, die ich zuruͤckbringe, Hafer vorlegteſt.
— Hafer? Ach, du lieber Himmel! Nicht ſo viel, als ich in meinen Mund nehmen kann, iſt vorhanden. Ich habe dieſen Mangel Vater Chaillou ſchon angezeigt; es ſcheint aber, daß er kein Geld hat, Futter zu kaufen.
Wie niedergeſchmettert ſteht der Poſtillon da. Die truͤbſelige Lage ſeines Wohlthaͤters ſtand jetzt in ihrem gan⸗ zen Umfange vor ſeiner Seele. Ploͤtzlich ſpricht er:
— Hier ſind zehn Francs— geh und kaufe Hafer. Es iſt Alles, was ich beſitze. Beeile dich, die Pferde muͤſ⸗ ſen freſſen!
— Gleich, gleich!
Der Stallknecht Galopin ſchleppt ſich langſam dem Hofthore zu. Noch hat er es nicht erreicht, ſo kehrt er um, geht wieder zu Jean⸗Marie, der in Gedanken verſunken noch daſteht, und ſpricht zu ihm:
— Hoͤre, Jean⸗Marie, was ich Dir ſo eben erzaͤhlt habe, erzaͤhle ja keinem Andern; auch dem Vater Chaillou nicht, damit er ſich auf ſeine alten Tage nicht noch zu Tode graͤme!


