Der Burgundiſche Poſtillon. 45
— Warum nicht? Nicht alle Leute haben ſo gute Schenkel wie die Poſtillons; das wiſſen die vornehmen Damen ſehr gut. Warum ſoll eine vornehme Dame nicht einen Poſtillon lieben, iſt doch der Graf Clarendon bis uͤber die Ohren in Mamſell Deniſe verliebt.
— Was ſagſt du? ſtottert der Poſtillon.
— Ich ſage, daß der Englaͤnder um ihre Hand an⸗ gehalten hat, und daß er ihr das Verſprechen gegeben, wenn ſie ihn heirathet, Vater Chaillou's Vermoͤgensumſtaͤnde zu verbeſſern.
— Das iſt moͤglich; doch glaube ich es kaum.
— Ich habe aber eine Unterredung zwiſchen Mamſell Deniſe und unſerm Vater Chaillou belauſcht; da habe ich mit meinen eignen Ohren gehoͤrt, daß der alte Poſthalter ſagte: Und wenn ich noch ſo unglͤcklich werde, Du wirſt Jean⸗Marie's Gattin; wenn Du einen Andern heiratheſt, wird der arme junge Mann vor Gram ſterben.
— Wie, fragt uͤberraſcht der Poſtillon, das hat Vater Chaillou geantwortet?
— Ja, das hat er geantwortet; außerdem hat er noch hinzugefuͤgt: Ich habe Euch Beide an Kindes Statt angenommen und erzogen, und ein Vater, der ſeine Kinder liebt, kann das Ungluck derſelben nicht wollen.


