44 Der Vurgundiſche Poſtillon.
— Nein, gab ich ihr zur Antwort, aber ich ſtehe im Begriffe, Mamſell Deniſe zu heirathen.
— Mamſell Deniſe? Lieben Sie dieſe auch?
— Ob ich ſie liebe! antwortete ich ihr.
— Wenn Sie nun von ihr hintergangen wuͤrden, wuͤrde Ihnen das Kummer verurſachen?
— Ich wuͤrde ſterben!
— Nun denn, fuͤgte ſie mit einem hoͤchſt liebens⸗ wuͤrdigen Lacheln hinzu, wenn Ihnen dies Ungluͤck einmal zuſtoßen ſollte, ſo ſterben Sie nicht, ſondern kommen Sie nach Paris in das hötel des Ambassadeurs, fragen Sie dort nach Madame Doville, und Sie werden Ihre Reiſe nicht zu bereuen haben. Verſprechen Sie mir das?
— O ja, Madame, das verſpreche ich Ihnen; ſobald Deniſe untreu wird, komme ich nach Paris. Doch damit hat es keine Gefahr.— Dann ſtieg ſie in den Wagen, und fort ging's nach Paris.
— Soll ich Dir ſagen, was das fuͤr eine Dame war? fragt der Stallknecht mit großen Augen.
— Nun?
— Das war eine Dame, die in Dich bis zum Wahn⸗ ſinn verliebt iſt.
— Du biſt ein Narr! Wie wird ſich wohl eine vornehme Dame in einen Poſtillon verlieben?


