Der Burgundiſche Poſtillon. 41
im erſten Augenblicke nicht antworten konnte. Dann verließ mich der Graf, um mir Zeit zum Ueberlegen zu goͤnnen.
E Aber, mein Kind, fuhr bewegt der Vater fort, Du liebſt doch Herrn Clarendon nicht!
— Sie haben Recht, lieber Vater, ich liebe Jean⸗ Marie, er beſitzt laͤngſt ſchon mein Herz; aber Sie ſind mein Vater und erliegen dem Ungluͤcke. Ich will eher meine Liebe zu vergeſſen ſuchen, als undankbar gegen mei⸗ nen Wohlthaͤter handeln! Nur wenn Sie gluͤcklich ſind, mein Vater, kann auch ich gluͤcklich ſein. Wuͤrde ich das Gluͤck der Liebe vollkommen genießen koͤnnen, wenn ich Sie in Elend und Noth wuͤßte? Was waͤre aus mir gewor⸗ den, wenn Sie ſich meiner nicht angenommen haͤtten?
— Nein, mein liebes Kind, das gluͤckliche Loos, das Du mir bieteſt, wurde auch ich nicht genießen koͤnnen, wenn ich wuͤßte, daß es durch Dein und Jean-Marie's Ungluͤck erkauft waͤre! Der arme junge Mann liebt Dich herzlich, ich weiß es, und ihn eines Gluͤckes berauben, das ich ihm ſelbſt verſprochen habe und das er ſo ſehnlich wuͤnſcht, hieße den braven Mann toͤdten! Nein, nein! Lieber will ich
elend werden, als daß ich das zugebe. Du heiratheſt Deinen
Jean⸗Marie! Ich habe Euch Beide an Kindes Statt angenommen und erzogen, und ein Vater, der ſeine Kinder liebt, kann das Ungluͤck derſelben nicht wollen.


