38 Der Burgundiſ che Poſtillon.
Chaillou wendet ſich um, erblickt ſeine Tochter und umarmt ſie mit den Worten:
— Gruͤß' Dich Gott, mein Kind!
— Ich habe mit Ihnen zu reden, mein Vater, faͤhrt ſie munter fort. Aber was ſeh' ich? Sie ſind betruͤbt— was iſt vorgefallen?
— Alles verlaͤßt mich, antwortet der Greis, Alles wendet mir den Ruͤcken zu; ſogar mein alter, langjaͤhriger Freund Joſeph verweigert mir neuen Vorſchuß.
— Iſt es moͤglich? Ihnen, ſeinem Freunde, ſchlägt er dieſe kleine Gefalligkeit ab?
— O, das iſt noch nicht Alles! Du weißt, mein Kind, daß ich in der Stadt war, um die funfzehn ver⸗ lorenen Pferde wieder zu erſetzen, die zur Verwaltung meines Dienſtes unumgaͤnglich noͤthig ſind—
— Ganz recht, mein Vater. Nun?
— Ueberall hat man mir Credit verſagt!
— Mein Gott!
— Laut ſpricht man ſchon in der Stadt, daß ich gezwungen ſei, meinen Poſten aufzugeben, weil ich meinen Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen koͤnne! Das iſt zu viel! Das uͤberlebe ich nicht! Ein alter Soldat des Faiſerreichs kann nicht mehr leben, wenn er ſeine Ehre ver⸗ loren hat!


