Der Burgundiſche Poſtillon. 37
verſchaffen. Als er ſeinen Herrn, den Poſthalter, erblickt, zieht er raſch ſeinen Kopf in das Fenſterchen zuruͤck und eine Minute ſpäter ſieht man ihn aus der Thuͤr in den Hof treten.
— Herr Poſthalter, ich habe ſchon lange auf Sie ge⸗ wartet. Ich muß unſern Pferden zu freſſen geben; es iſt aber weder Heu noch Hafer vorhanden, Stroh iſt auch nicht mehr da!
— Wie, entgegnet verwundert der Greis, hat der Pachter Joſeph noch nichts geſchickt?
— Geſchickt hat er nichts, aber er iſt ſelbſt hier ge⸗ weſen, um mit Ihnen zu ſprechen; als er Sie nicht fand, hat er mir aufgetragen, Ihnen zu ſagen, daß er nichts Neues ſenden wuͤrde, bevor das Alte nicht bezahlt ſei.
Schmerzlich betroffen wendet ſich der Greis ab und ſpricht leiſe vor ſich hin:
— Auch er, ein vierzehnjähriger Freund, verlaßt mich!
Troſtlos blickt er gen Himmel, als ob er Rath in ſeiner bedraͤngten Lage von ihm erwarte, denn die Menſchen ſchien er aufgegeben zu haben.
Eiligen Schrittes tritt jetzt ſeine niedliche Adoptiv⸗ Tochter Deniſe aus dem Hauſe und unterbricht freundlich grußend das duͤſtere Schweigen ihres alten Vaters.
— Lieber Vater!


