Der Burgundiſche Poſtillon. 25
— Das waren ſehr brave Landleute. Ein großer Brand hat ihr Bauerngut vernichtet, das ſie beſaßen, und aus Kummer uͤber den Verluſt ſind ſie geſtorben— die kleine Deniſe blieb huͤlflos in der Welt zuruͤck.
— Und Chaillou hat ſie adoptirt— das iſt ſehr ſchoͤn von ihm, das iſt ein guter Zug!
Die Magd, die das Fruͤhſtuck gebracht hat, tritt jetzt wieder aus dem Hauſe und uͤberreicht dem Britten einen Brief; dann entfernt ſie ſich wieder.
Galopin ruft dem Englaͤnder zu:
— Ach, mein Gott, bald haͤtte ich vergeſſen die Pferde zu ſatteln, welche die ſchoͤne Dame, die vorhin angekommen iſt, beſtellt hat. Es iſt doch zu arg, man kann nicht ein⸗ mal ein halbes Stuͤndchen ſchwatzen, wenn man Luſt dazu hat. Adieu, Englaͤnder!
Galopin iſt in den Poſtſtall gegangen, hat auf dem Wege dahin die Magd in ihren dicken rothen Arm ge⸗ kniffen und ſteckt noch einmal grinſend ſeinen Kopf aus der Thuͤr, um ſich uͤber dieſen witzigen Streich zu freuen.
Jeder Menſch macht auf ſeine eigne Art und Weiſe witzige Streiche, wenigſtens haͤlt er ſie fuͤr witzig. Der eine erzaͤhlt Anekdoten und macht witzige Bemerkungen dazu; ein zweiter macht die Gebrechen ſeiner Nebenmenſchen laͤcher⸗ lich und glaubt, er habe einen Witz gemacht; ein dritter


