10 Der Burgundiſche Poſtillon.
pflegſt; aber ſie wollte mich nicht anhoͤren, weil ſie vorgab, ich ſei ein Faullenzer und ein ungeſchickter Menſch!
Siehſt Du, ſeitdem ich den Englaͤnder umgewor⸗ fen habe, ſagen alle, daß ich nie ein ordentlicher Poſtillon werden wuͤrde. Jean⸗Marie, wenn Du Dich meiner nun nicht annimmſt und mir Unterricht giebſt, bleibe ich ein elender Stallknecht Zeit meines Lebens!
— Troͤſte Dich, armer Junge, antwortet Jean⸗Marie; ich will Dich ſchon in die Hoͤhe bringen!
— Thue das; bringe mich ſo hoch, als es Dir nur immer moͤglich iſt. Weißt Du was, da wir gerade unter uns Zweien ſind, koͤnnteſt Du mir eine kleine Lection geben — wie waͤre es?
Gut, gieb mir meine Peitſche und ſperre Deine Ohren auf! Der Stallknecht geht nach den Haken, wo das Pferde⸗ geſchirr haͤngt, holt eine Peitſche herab und bringt ſie dem Poſtillon mit den Worten:
— Meine beiden Ohren ſind offen; haͤtte ich deren noch mehr, ich wuͤrde ſie alle offnen!
Jean⸗Marie wirft ſich in die Bruſt, faͤhrt mit der
Peitſche einige Male durch die Luft, daß von dem dadurch verurſachten Knallen der Poſthof wiederhallt, und beginnt mit einer wahren Dortor⸗Würde:


