= 75 28 ſie umzuſinken waͤhnt, unter einem Baum ſtill ſteht, ſich auf ihn ſtutzt und in lautes Weinen altsbricht.
Die Zeit vergeht und Magdalene iſt immer noch da. Sie weint immer fort, denn das erleich⸗ tert ihre Seele, aber keine Klage kommt über ihre Lippen; ſie beſchuldigt Niemand, ſie weint ber ſich ſelbſt, weil ſie ſich ſo ungluͤcklich fuͤhlt, und man bei gchtzehn Jahren noch nicht Kraft ge⸗ nug hat, den Qualen des Herzens zu wider⸗ ſtehen.
Es faͤngt an, dunkel zu werden, und Magda⸗ lene hat den Baum noch nicht verlaſſen, an deſſen Fuß ſie ſich niedergeſetzt hat. Ihre Thraͤnen haben aufgehört zu fließen. denn alles findet mit der Zeit ein Ende; und ſchwere Seufzer erſetzen ſie.
Eine Stimme laͤßt ſich in der Entfernung hoͤ⸗ ren, ein Lieblingsgeſang der Landleute in dortiger
Gegend. Die Stimme naͤhert ſich; Magdalene
bleibt unbeweglich und hoͤrt nichts, denn andere Klaͤnge hallen noch in ihrem Herzen wieder.


