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ſie empfand Qualen, deren Mäoͤglichkeit ſie bisher nie geahndet. Bis jetzt wußte ſie nur, daß Victor ſie nicht liebe, aber fremd war ihr der Gedanke, daß er ſein Herz einer Andern geſchenkt. Als ſie Erneſtinen in ſeinen Armen ſieht, bemaͤchtigen ſich ihret die heftigſten Qualen der Eiferſucht; ſie ſtuͤtz ſich gegen einen Baum, um nicht niederzufallen; ein Schleier bedeckt ihre Augen; ſie ſieht nichts mehr, aber hoͤrt noch.. In dieſem Augenblick dringt das Geraͤuſch eines Kuſſes bis in das Inner⸗ ſte ihres Herzens. Da iſt es ihr nicht moͤglich, den Foltern und Schmerzen, die ſie peinigen, noch laͤnger zu widerſtehen; ſie entfernt ſich in muoͤglich⸗ ſter Haſt, auf die Gefahr hin, durch den Lärm ihrer Schritte ſich zu verrathen.
Magdalene durchlaͤuft den Garten, wie Jemand, der verfolgt wird; ſie oͤffnet eine kleine Thüre, die aufs Feld fuͤhrt und laͤuft hinaus. ſie laͤuft, und laͤuft immer zu, ohne zu wiſſen, wohin, und unter anhaltendem Schluchzen, bis ſie endlich, da


