Teil eines Werkes 
2. Theil (1836)
Entstehung
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an ſie denkt, aber nicht errathen, daß ſein Herz fuͤr eine Andere ſchlaͤgt; ſie ſieht zwar, daß er gern in Frau v. Noirmont's Geſellſchaft iſt, ſie uͤberall aufſucht, aber hat auch nicht den mindeſten Ver⸗ dacht, daß ſie ſich verſtehen; denn das junge Maͤd⸗ chen hat den hoͤchſten Begriff von Erneſtinens Tu⸗ gend, und uͤberdies ſcheint es ihr unmoͤglich, daß eine verheirathete Frau einen Andern, als ihren Mann lieben koͤnne; arme Magdalene!

Eines Morgens naͤhert ſich Herr v. Noirmont ſeiner Frau mit ſorgenvoller und unzufriedener Mie⸗ ne, und giebt ihr ein Zeichen, ihm in den Garten zu folgen: Wir koͤnnen, meint er, dort nach Ge⸗ fallen plaudern, und ich habe dringend mit dir zu ſprechen.

Erneſtine folgt zitternd ihrem Gemahl, ein kal⸗ ter Schweiß bedeckt ihre Stirn; ſie iſt uͤberzeugt, daß er ihr Betragen entdeckt hat, ſie ſieht ſich ſchon verloren, entehrt, und ohne die Augen aufzu⸗ ſchlagen, wartet ſie auf ſeine Erklaͤrung.