60 in den gleichgultigſten Worten ſucht ſie eine Bezie⸗
hung auf ihr Betragen, eine directe Anſpielung 1
auf ihr Verhaͤltniß zu Vietor; alles beunruhigt, alles erſchreckt ſie, ſie genießt beinahe keinen Au⸗ 1 genblick der Ruhe mehr. Arme Frau! ſie war nicht fuͤr die Intrigue geboren, ſie vermag weder mit 1 Dreiſtigkeit zu luͤgen, noch ihren Mann heiteren Geſichts anzulaͤcheln. Aber ſie liebt mit Leiden⸗ ſchaftlichkeit und Hingebung, und das Feuer, was gegenwaͤrtig in ihrem Herzen lodert, hat ihr Mann
1 nicht zu entzuͤnden vermocht oder verſtanden. Waͤhrend Erneſtine bald ſtrafbar, bald reue⸗
muͤthig ihrem Geliebten ſich hingiebt und nichts deſto weniger ſich unaufhoͤrlich verſpricht, ihr Betra⸗ gen zu ändern, empfindet eine andere Perſon gleich⸗
½ falls allen Kummer, den die Liebe verurſacht, ohne jedoch ihre Freuden zu genießen.
Magdalene wird mit jedem Tage ſchwermuͤthi⸗ ger; ihr Außeres, wie ihre Laune verändern ſich; ihre Augen haben ihre Lebhaftigkeit verloren, und


