11 285
und ſehnte mich nach friſcher Luft.— Da bin ich dieſem Kopfweh ſehr viel Dank ſchuldig, denn es verſchafft mir die Gelegenheit, Sie einen Augenblick ohne laͤſtige Zeugen zu ſehen.— Ich ſehe gar nicht ein, in wiefern Zeugen Ihnen laͤſtig ſein koͤnnen..— O! Sie ſehen gar nichts ein, gnaͤdige Frau!— Soll das ein Compliment ſein?— Ich verſtehe mich nicht auf Complimente, ich ſage nur, was ich empfinde.— Und vielleicht auch, was Sie nicht empfinden.— Ei, mein Gott! warum ſoll man denn luͤgen, wenn man es nicht noͤthig hat!... Wenn ich zum Beiſpiel zu Ihnen, gnaͤdige Frau, ſagte, daß ich Sie liebe, daß ich Sie anbete, daß ich nur an Sie denke, gewiß, ſo wuͤrde das keine Luge ſein.
Victor hat alles das mit ſo vielem Feuer ge⸗ ſagt, daß es ſchwer geweſen ſein wuͤrde, ſeine Rede aufzuhalten. Erneſtine ſieht noch emſiger auf ihre Arbeit, um ihre innere Bewegung zu verber⸗ gen. Sie begnuͤgt ſich mit anſcheinend ernſtem Ton
*


