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Erklärung Frau v. Noirmont boͤſe machen ſonte, iſt er entſchloſſen, ſie zu thun, aber er hofft ja, man werde ihm ſeine Kuͤhnheit verzeihen.
Nur im Garten kann er die gewünſchte Gele⸗ genheit finden, und darum durchlaͤuft er ſchon am fruͤhen Morgen alle Gaͤnge und Gebuͤſche; er bringt beinahe den ganzen Tag damit zu, und kehrt end⸗
lich ſehr uͤbler Laune ins Haus zuruͤck, denn Frau
v. Noirmont verlaͤßt ihr Zimmer, oder das ihres Gemahls nicht einen Augenblick. Seit dem Abend bei Montréſor's fürchtet Er⸗
neſtine mit Vietor allein zu ſein. Der junge Rann
bemerkt dieſe Zuruͤckhaltung, und wird traurig und einſylbig. Abends, wenn alles ſich im Salon ver⸗ ſammelt, ſetzt er ſich in einen Winkel, und ruͤckt nicht von der Stelle; Dufour ſagt dann zu ihm: Victor, gewiß willſt du Herrn Pomard copiren? halbe Stunden lang ſitzeſt du da, die Augen nach der Decke gerichtet! niemals ſaßeſt du ſo ſtill, g5 ich dich malte.


