Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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dat auf dem Schlachtfelde ſterben, als in einem Bette wie ein altes Weib. Ich will Ihnen indeß beweiſen, daß Sie keinen Undankbaren ſich verpflichtet haben. Er⸗ kennen Sie mich nicht, Commandant? Ich bin der kleine Peter! In einem Hauſe der Goldſtraße habe ich den Grafen von Porteau, verwundet, wie ich, verlaſſen; die Frau Gräfin war bei ihm ſie wird Ihrer Hülfe bedürfen. Eilen Sie zu ihr, vielleicht ſind Sie ſo glücklich, ſie vor der Rohheit Ihrer Soldaten zu ſchützen. Für mich, fuhr er röchelnd fortfür mich kann Niemand mehr etwas thun ich habe nichts mehr nö⸗ thig. Bei dieſen Worten ſank der Körper unter heftigen Zuckungen zuſammen er war nicht mehr.

Eilig begab ſich nun der Commandant in die Gold⸗ ſtraße, und trotz allen Hinderniſſen, die ſich faſt in jedem Augenblicke ſeinem raſchen Gange entgegenſtellten, kam er dennoch früh genug dort an, um die Gräfin von Porteau vor den Mißhandlungen jener Banditen zu ſchützen, denen ſie in die Hände gefallen war.

Bei dem plötzlichen Dazwiſchentreten des Comman⸗ danten und durch ſein kräftiges Einſchreiten eingeſchüch⸗ tert, zogen ſich die Banditen tief in das Zimmer zurück, während Julius die in Ohnmacht geſunkene Johanna auf das Todtenbett ihres Gatten legte.

Der Rückzug der elenden Banditen ſchien indeß mehr aus Ueberraſchung als aus Achtung vor Julius Range geſchehen zu ſein.

Nach einem Augenblicke allgemeiner Stille ließen ſich energiſche Reklamationen vernehmen, und die Räu⸗ ber verlangten mit der Freiheit jener zügelloſen Zeit ihr gutes Recht zurüch, was man unter allen Umſtän⸗ den nur mit dem Worte Infamie bezeichnen kann.

Julius entgegnete nichts darauf, er war nur damit beſchäftigt, Johanna in das Leben zurückzubringen, und verſchwendete alle Sorgfalt, welche ſeine erfinderiſche Zärtlichkeit ihm nur eingeben konnte.