188
Dann fiel er, durch dieſe letzte, übermenſchliche An⸗ ſtrengung erſchöpft, in ſich ſelbſt zuſammen.
Er war todt.
Die Zuſchauer dieſer Gräuelſcene, die bis jetzt nur durch Höhnen und Lachen daran Theil genommen hat⸗ ten, traten jetzt thätig näher. Mit Gewalt riſſen ſie Jo⸗ hanna aus den Armen ihres todten Gatten und ſchlepp⸗ ten ſie, ohne auf ihr Rufen und ihre Thränen zu achten, der Thür zu.
Mit einem Male ſtürzte ein Mann mitten unter ſie, ſtieß ſie heftig zurück und rief mit ſtarker, befehlender Stimme:
„Zurück, elendes Banditenvolk, zurück!— Der erſte, der dieſe Frau berührt, iſt ein Mann des Toͤdes!“
13.
Julius!
Julius hatte an dieſem Tage Wunder der Tapfer⸗ keit verrichtet; er war als der Erſte in die Verſchanzun⸗ gen der Royaliſten eingedrungen und ſeine Kühnheit, ſein kaltes Vlut und ſein Beiſpiel hatten nicht wenig zum Gewinnen der Schlacht beigetragen.
Als die Vendéer auf der Straße nach Laval flüchte⸗ ten, hatte der Eifer, ſie zu verfolgen, Julius zu weit getrieben. In der Mitte der Landſtraße ſtieß.er auf einen ſchwer verwundeten Mann, dem die Soldaten eben das Garaus machen wollten. Er ſtürzte ſich über ihn und bildete mit ſeinem Körper einen Wall. Dann befahl
er, daß man den Sterbenden in ein benachbartes Haus bringen ſolle. Dieſer aber gab Julius durch Zeichen zu verſtehen, daß er ſich zu ihm neigen möge, dann ſprach er mit brechender Stimme:
„Ich danke Ihnen, Commandant— Ihre Fürſorge iſt unnütz. Ich habe da in der Bruſt eine Kugel, die mir meinen Reiſepaß giebt— ich will lieber als Sol⸗


