Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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ein Leben und denken nicht an's Sterben, wie jener dumme Teufel da! Laß das Weinen, die Thränen ſchaden Deinen ſchönen Augen und ich kann die Weiber nicht leiden, welche weinen. Vorwärts, mein Si Kind, komm mit mir!

Bei dieſen Worten neigte ich der Bandit über die kniende Johanna, legte ſeinen Arm um ihren ſchlanken Leib und wollte ſie mit Gewalt in die Höhe heben.

Johanna aber erhob ſich ſelbſt und durch eine entſchloſſene, verzweiflungsvolle Bewegung, ſtieß ſie den Banditen mit einer Kraft zurück, die man bei ihr nicht vermuthet hatte; dann ſtürzte ſie ſich über den Körper ihres Gatten und rief:

Henry, mein Hench, vertheidige mich Verthei⸗ dige mich!

Der Verwundete, der bis hieher bei der Unver⸗ ſchämtheit dieſer Unmenſchen unempfindlich zu ſein ſchien, öffnete bei Johanna's Verzweiflung die Au⸗ gen. Sein ungewiſſer, ſtierer Blick erglänzte von einem düſtern Feuer.

In dem Augenblicke, wo der durch Johanna's heftige Gegenwehr außer Faſſung gebrachte Soldat ſich auf's Neue näherte, um ſie zu ergreifen, richtete ſich der Sterbende auf und blieb in einer ſitzenden Stellung; ſeine Hand griff nach dem Degen und mit aller Kraft, die ihm noch zu Gebote ſtand, rief er:

Elender!