Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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12. odt

Einen Augenblick herrſchte eine tiefe Stille im Zimmer, die nur durch das Röcheln des Sterbenden und durch ein entferntes Gewehrfeuer dann und wann unterbrochen wurde.

Wer zum Teufel wird ſo lamentiren, ſprach einer der Frechſten aus der Bande mit roher, heiſerer Stimme.Luſtig, Bürgerin, fuhr er fort, indem er näher trat,weine doch nicht ſo; laß Deinen Liebhaber ruhig zur großen Armee defiliren. Von vielem Weinen wird man dumm. Tröſte Dich nur, für einen Verlornen findeſt Du zehn Andere wie⸗ der, und ſomit zeigte er höhniſch grinſend auf ſeine würdigen Kameraden, die lachend und fluchend näher getreten waren und die Matraze umringten, auf welcher der Graf von Porteau mit dem Tode kämpfte.

Johanna blieb ſtumm. Es ſchien, als ob ſie dieſe Schmähung nicht verſtanden hatte. Wie eine Statüe ſtand ſie ruhig da. Ihr Haupt ſank endlich auf ihre Kniee herab, keine Klage kam über ihre Lippen, nur ein unterdrücktes Schluchzen war vernehmbar.

Mein ſchönes Kind, glaube mir, fuhr derſelbe elende Kerl fort, der an Frechheit und Rohheit ſich vor ſeinen Kumpanen auszuzeichnen ſchien,glaube mir, Du thuſt am beſten, wenn Du mit uns ziehſt, wir find alle gute und fröhliche Kerls, wir führen