Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Nicht ein Wort zum Willkommen, kein Aus⸗ druck der Freude Wie ein Dieb, der durch die Nacht ſchleicht, muß ich mich in mein Eigenthum ſtehlen.

In dem Vorhofe meines Schloſſes halten mich Sol⸗

daten an, durchſuchen und eraminiren mich. Mit

Bülfe eines erborgten Namens gelange ich endlich in

dieſen Saal, finde einen Mann zu den Füßen meiner Gattin, und dieſe Gattin, die, indem ſie mich nennt, vielleicht über mein Leben entſcheidet, empfängt mich mit der Frage, was mich hierherführt, was ich hier will!

Mein Herr! antwortet die Gräfin ſtockend.

O, ich klage Sie nicht an, fährt der Graf in einem wahrhaft ſchmerzlichen Tone fort,ich klage Sie nicht an! Ich habe dieſen Empfang verdient. Ach, ich habe den Schatz nicht zu würdigen gewußt, den mir der Himmel ſchenkte; ich habe ihn kaum ge⸗ kannt. Meine erſten Verirrungen gebaren neue Ver⸗ gehen. Die Stimme meines Gewiſſens, die mich un⸗ aufhörlich plagte, wollte ich im Strudel der Zer⸗

ſtreuung und des Vergnügens erſticken. Johanna, ich bin ſehr ſtrafbar und begreife Ihre Abneigung und Ihren Schrecken. Aber wenn Sie wüßten, was ich fern von Ihnen gelitten, wenn Sie wüßten, wie

furchtbar ich in letzter Zeit geſtraft bin, Sie würden Mitleiden mit mir haben, würden mein Unglück nicht erhöhen, indem Sie mich zurückſtoßen und einen armen Flüchtling verwünſchen, der nicht weiß, wohin

er ſein Haupt legen ſoll und ſein Leben auf das