Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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trogene Geliebte, deren Augen ſchmerzliche Thränen roth geweint; es war nicht mehr jenes muthwillige Mädchen, deſſen Eiferſucht ſich durch unüberlegte Aeußerungen Luft machte; es war endlich nicht mehr jene Johanna, die weinte, durch inſtändiges Bitten beſchwor und im Aushruche des heftigſten Schmerzes ſich zu den Füßen des ungetreuen Gatten verzweiflungs⸗ voll wand.

Die Schönheit der Gräfin hatte ihn mächtig ergriffen, in der Einſamkeit, von aller Welt verlaſſen hatte ſie ſich wunderbar entfaltet.

Statt des kindiſchen Mädchens aus der Provinz, über das er ſich ſo oft höhnend luſtig gemacht, fand der Graf eine verſtändige und bewunderungswürdig ſchöne Frau wieder. Die edeln Manieren der Gräfin, die Grazie in ihrem Gange, ihre einfache und ge⸗ ſchmackvolle Toilette, und noch mehr als alles dies ihre tiefe Melancholie und ſanfte Ergebung, die ſich in ihrem bleichen Geſichte abſpiegelte, hatten einen

tiefen Eindruck auf den Grafen hervorgebracht, den

er nicht einmal zu verbergen ſuchte.

Das ironiſche Lächeln, das vorhin auf ſeinen Lippen ſchwebte, war verſchwunden, mit einem Tone des zärtlichen Vorwurfs antwortet er, indem er ſich der Hand der Gräfin zu bemächtigen ſucht:

Johanna! Werde ich nach einer langen Ab⸗ weſenheit ſo in meinem Familienſchloſſe empfangen? Die Gräfin erröthet und antwortet nicht.

Der Graf fährt fort: