Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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luſtige, junge Mädchen, das ſo fröhlich in die Welt eilt und ihr Herz allen ſchönen Regungen ſo bereit⸗ willig öffnet. Unglück und Erfahrung haben ihrer Schönheit einen ernſten Charakter und einen rührenden Zug von Melancholie aufgedrückt. Die Dornen des Lebens haben das arme Kind verwundet, und eine mißtraui⸗ ſche Kälte hat die kindliche Hingebung der ſo arg Verrathenen vertrieben.

Ihre Freude, Julius wiederzuſinden, war groß, denn ſie hatte ſich daran gewöhnt, ihn als einen ver⸗ lornen Freund und Bruder zu bedauern.

Johanna hatte keine Ahnung von Julius Liebe; ſie wußte nicht, daß ſie den Entſchluß in ihm hervor⸗ gerufen, Soldat zu werden, ſie ſchrieb ihn vielmehr ſeinem Berufe zum Kriegshandwerke zu und daß die Liebe zur Sache ſelbſt ihn zu dieſem Schritte getrie⸗ ben habe. Für ſie war der junge Commandant Her⸗ veh immer noch der junge Student, den ihr Vater gaſtlich in ſein Haus genommen hatte, immer noch der Tiſchgenoſſe im kleinen Hauſe am Place⸗neuve.

In dieſer langen, ununterbrochenen Wiederver⸗ einigung war das rauhe Soldatenherz wieder weich geworden die alte Liebe war wieder erwacht, Julius liebte Johanna mit derſelben Schwärmerei, wie frü⸗ her; aber die offene Freundſchaft, mit der ſie ihm entgegenkam, das ſchweſterliche Vertrauen, mit dem ſie ihn umfing, verſchloß den Ausdruck der Gefühle in das Herz des Commandanten, das vor der All⸗ Graf v. Porteau. 11