Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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Abſicht billigen, denn es iſt meine Tochter, der ich mein Portrait machen laſſen will.

Bei Gelegenheit einer Promenade im Palais⸗ Rohal habe ich Bilder von Ihnen geſehen; der Aus⸗ druck Ihrer Miniatur⸗Gemälde hat mich überraſcht, da dachte ich, ein ſolches muß wohl ähnlich ſein. Ich las Ihre Adreſſe und bin nun hier.

Mein Herr, Ihr Zutrauen ſchmeichelt mir, und ich werde mir Mühe geben, daſſelbe durch meine Ar⸗ beit zu verdienen. Die Aehnlichkeit geht Ihnen wohl über Alles?

Gewiß, mein Herr, ſie iſt für mich die Haupt⸗ ſache. In meinem Alter ſtrebt man nicht mehr da⸗ nach, geſchmeichelt zu werden; außerdem iſt es auch für meine Tochter. Welchen Preis würden Sie mir ſtellen? O laſſen Sie ſich den Preis nicht kümmern, wir werden ſchon einig werden.

Eine leichte Röthe überzieht die Wangen des Greiſes, und in einem faſt pikirten Tone antwor⸗ tet er:.

Mein Herr, ich beſitze Mittel, daß ich zahlen kann und werde Sie nicht arbeiten laſſen, ohne den bei Ihnen üblichen Preis zu zahlen.

Ich merke, daß ich den Stolz des Invaliden be⸗ leidigt habe, der mir aber nichts weniger als ein Kapitaliſt zu ſein ſcheint. Welchen Preis ſoll ich von ihm fordern? denn ich ſehe, daß ich mit einem