Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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der Mitte Juli und bei drückender Hitze gehe ich lieber ſpaziren.

Warum nicht gar, ſpaziren gehen! Bei uns iſt es viel friſcher. Man bildet ſich nur ein, daß es im Sommer heiß iſt im Theater; aber im Gegentheil denn wo die Sonne nie hinkommt iſt es friſch wie in einem Keller.

Zugeſtanden, wenn niemand darin iſt; aber heute Abend glaube ich nicht, daß es ſehr friſch ſein wird. Wollen einmal ſehen weiſen Sie mir einen Platz an.

Wie geſagt, ich habe keinen mehr. Alles hat ſich hierher gedrängt. Ich weiß gar nicht, warum die Leute alle zu mir kommen. Gehen Sie auf die andere Seite, vort finden Sie noch Platz. Bei meiner Kollegin gegenüber find immer leere Plätze zu haben.

Sie will durchaus nichts von mir wiſſen, wahr⸗ ſcheinlich, weil ſie glaubt, ich nehme keinen Stuhl von ihr, ich, ein Mann allein! Und bewahrt die Plätze, die ſie noch hat, für Damen oder für Kava⸗ liere mit ſchönem Geſchlecht. Ich will auch keinen von ihr! Man muß Alle leben laſſen. Ich eile nach der andern Seite, wo mehr Plätze ſind, wie mir ge⸗ ſagt war, und wende mich an die Kameradin, die immer leere Plätze hat.

Die Schließerin bietet mir das Jvurnal Entr'acte an. Ich ſchlage es aus, ſie hängt das Maul, ich werde unruhig, nämlich über das hängende Maul, trete in das Orcheſter und gehe zu der Bank, die an