Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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So geht es mit Allem, was ſich unter dem Monde ereignet. Alles iſt ſo eingerichtet, daß es im Gleichgewicht ſteht, das Gute wie das Böſe, die Sorge wie das Vergnügen, und daher kommt es wahrſcheinlich, daß die Erde ſich ſo ſchön im Gleich⸗ gewicht hält, weil die Ordnung der Exeigniſſe und der Gang der Natur in vollkommenem Geichgewicht ſtehen.

Ich zeige mein Billet einer Schließerin. Bei dem Anblicke deſſelben ſtößt ſie einen herzzerreißenden Schrei aus, als ob ſie ihren Letztgebornen verloren hätte und ſpricht:

Ach, mein Gott! Ich glaube, ich habe keinen mehr!

Bei dieſer jämmerlichen Lamentation konnte ich nicht umhin, die näher in's Auge zu faſſen, der ſie entſchlüpfte, und indem ich die Ueberreſte einer viel⸗ leicht früher recht ſchön aufgeputzten Haube, die aber nicht mehr ganz weiß war, und einen Zopf weißer Haare, der ſich hartnäckig der Ordnung widerſetzte, obgleich er ſeit langer Zeit nicht in Ordnung gebracht war, prüfte, drängte ſich mir der Gedanke an eine Menge Dinge auf, die ſie nicht mehr hatte. Arme Frau! Die Schließerin rief mich zurück und ſprach:

Aber warum kommen Sie auch ſo ſpät? Zwei Aete des Drama's ſind bereits abgeſpielt. 8

Ich hatte nicht die Abſicht das Theater zu be⸗ ſuchen, das Gewitter hat mich hereingetrieben: In