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nicht zu erſchrecken, entfernt er ſich ein wenig und ſetzt ſich hinter eine dichte Hagenbuchenlaube.
Bald hört er gehen; er biegt die Zweige leiſe auseinander und erblickt eine Dame, welche ein kleines Mädchen an der Hand führt; aber ein dicker Schleier bedeckt einen Theil ihres Geſichts, und ſie tritt in den Pavillon, ohne daß er ihre Züge unterſchei⸗ den kann.
Guſtav geht dem Pavillon wieder näher; der Schlüſſel iſt in der Thüre; es wäre eine Unbeſcheidenheit, einzutreten, weil dieſe Dame Niemand empfängt; es iſt aber wenigſtens erlaubt, zu horchen, und dies thut Guſtav.
Die Harfe ertönt: ein melancholiſches Vorſpiel läßt ſich
hören; man ſingt eine Romanze, worin die Leiden eines von dem geliebten Gegenſtande entfernten Herzens dargeſtellt ſind. Guſtav iſt aufmerkſam; er ſucht ſich in's Gedächtniß zurückzurufen, wo er dieſe, ihn entzückende Stimme ſchon gehört hat. Er geht um den Pavillon herum; vergebens hat er verſucht, durch die Jalvuſien zu blicken.. überall ſind die Fenſter mit Vorhängen verſehen. Guſtav tritt näher, er macht ganz leiſe den Laden auf und ſeine Blicke dringen in's Innere des Pavillons.
Indeß iſt er noch nicht ganz zufrieden: die junge Dame ſitzt ihm gegenüber, aber ſie wendet dem Fenſter, an dem er iſt, den Rücken zu, und er kann ihr Geſicht nicht ſehen.
Das kleine Mädchen iſt auf den Knieen ſeiner Mutter und ſpielt mit Haaren.„Mama, ſingſt nicht mihe Du haſt Kummer... Du weinſt immer.“
Die junge n antwortet der Kleinen nur, indem ſie ſie mit Küſſen bedeckt; dann legt ſie ihr Sacktuch an die Augen. Guſtav zittert, er athmet kaum; es ſcheint ihm, daß die dieſer jungen Frau ſeinetwegen fließen.
Die Kleine verläßt den Schooß ihrer Mutter:„Warte, warte. ſagte ſie;„Du weißt, daß ich Dich hindern kann, zu weinen.“


